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12 Millionen Gründe für eine bessere EU-Richtlinie

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Tierversuchs-Richtlinie 86/609

Die ECEAE kritisierte die Mitglieder des EU-Parlamentes in Zusammenhang mit der Abstimmung über die EU-Tierversuchs-Richtlinie 86/609 am 5. Mai 2009 scharf. Das Parlament schwächte mit seinem Abstimmungsverhalten in der ersten Lesung die bereits unzureichenden Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung der 23 Jahre alten Richtlinie ab.

Der Entwurf des Parlamentes wurde nun dem EU-Ministerrat überstellt und wird dem Parlament für die zweite Lesung wieder vorgelegt (es sei denn der Rat stimmt dem Entwurf aus der ersten Lesung so zu, was unwahrscheinlich ist). Die ECEAE wird sich weiter für Verbesserungen einsetzen.

Wenn es nach dem Willen des Parlamentes geht, würde es Forschern zum Beispiel erlaubt, Tieren schwere und lang anhaltende Leiden zuzufügen und die gleichen Tiere mehrmals in schmerzhaften Versuchen einzusetzen. Die Forscher könnten selbst entscheiden, für welche Experimente sie eine Genehmigung brauchen, da sie selbst entscheiden können, wie sie den Leidensgrad im Experiment einstufen.

Zudem müssten sie die meisten Ergebnisse ihrer Experimente nicht rückwirkend bewerten – weder aus wissenschaftlicher noch aus Sicht des Tierschutzes. Entscheidend ist, dass der Entwurf keine Strategie enthält, wie der Einsatz von Tierversuchen endgültig beendet werden soll, obwohl alle Parlamentarier behaupten dies erreichen zu wollen.

Das Parlament sprach sich auch für Bestimmungen aus, die die ECEAE gefordert hatte, die einen positiven Effekt auf die Tiere hätten: die Anforderung, dass jemand sich jederzeit um die Labortiere kümmern muss, die Erweiterung der Aufgaben der ECVAM (Europäisches Zentrum zur Validierung von Alternativ-Methoden) die die Koordination und Förderung der Entwicklung von Alternativen, eine Klassifizierung des Schweregrades des Versuchs, mit einer Begrenzung nach oben (bisher noch nicht spezifiziert), sowie strengere Bestimmungen für einen verbesserten Datenaustausch sowie eine bessere finanzielle Förderung für Forschung und Anwendung von Tierversuchsfreien Methoden.

Dennoch werden sich die meisten Europäer von ihren Repräsentanten im Stich gelassen fühlen, da die meisten Vorschläge des Parlamentes dem ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission und der öffentlichen Meinung widersprechen und längst überfällige Verbesserungen der Tierschutzstandards nicht fordern.

Affenversuche
Die von Abgeordneten eingebrachten Abänderungsanträge bringen keinen besseren Schutz für die Affen. Nach den Vorschlägen wäre es den Forschern möglich, Affen für so gut wie jeden Zweck zu nutzen, nicht nur für lebensgefährliche Krankheiten, wie es die Kommission vorgeschlagen hatte. Zudem gibt es keinen Anreiz, Wildfänge von Affen zur Zucht und Forschung zu beenden, die für die Tiere eine immense Belastung darstellen. Die ECEAE spricht sich konsequent gegen jeglichen Einsatz von Affen in Tierversuchen aus, was übrigens auch die Mehrheit der Europäer tut, siehe unten unter „Öffentliche Meinung“.

Europäische Kommission
EU-Kommissar Dimas, der bei der EU-Kommission für die Richtlinie verantwortlich ist, bezeichnete es im Mai 2009 als unbegründet, dass die Industrie Panik verbreiten würde, dass Forscher Europa verlassen könnten, wenn strengere Tierschutzstandard eingeführt würden.

Er erklärte, dass einige Vorschläge der EU-Kommission bereits in mehreren Mitgliedstaaten umgesetzt würden. Die Einführung strengerer Tierschutzstandards bewirke keine Wissenschafts-Flucht ins Ausland.

Weiterführende Informationen

Wie kann ich helfen?

Der Entwurf des Parlamentes wurde zur weiteren Beratung an den Ministerrat weitergeleitet.

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