Infomaterial


Kosmetika und Haushaltsprodukte

Tierversuche fĂĽr Kosmetika und Haushaltsprodukte

Trotz großer Widerstände in der Bevölkerung müssen immer noch jedes Jahr tausende von Tieren für Tests für Kosmetik- und Haushaltsprodukte und deren Inhaltsstoffe in europäischen Labors leiden und sterben. Hierbei handelt es sich um äußerst qualvolle Tests zur Augen- oder Hautverträglichkeit, Allergietests, Giftigkeitsprüfungen sowie Tests zu genetischen Schäden. Die Ergebnisse sind dabei nicht einmal verwertbar, da die verschiedenen Tierarten vollkommen unterschiedlich auf Chemikalien reagieren können.

Tausende von Inhaltsstoffen haben sich bereits als unschädlich erwiesen. Es ist also schlichtweg unvertretbar, Tieren Leid zuzufügen, um weitere Stoffe zu entwickeln. Dort, wo neue Inhaltsstoffe gebraucht werden, muss verstärkt in die Förderung innovativer Testmethoden ohne Tierversuche investiert werden.

Um es Konsumenten zu ermöglichen, ethisch einwandfreie Produkte zu kaufen, hat die ECEAE den europäischen Zweig des internationalen Humane Cosmetics Standard und des Humane Household Products Standard ins Leben gerufen. Dieses sind die beiden einzigen international anerkannten Listen, die es Konsumenten ermöglichen, tierversuchsfreie Kosmetika und Haushaltsprodukte zu wählen.

Leider gibt es diese Listen zurzeit nicht in Deutschland. Weitere Informationen auf Englisch erhalten Sie hier: www.gocrueltyfree.org »

Wie viele Tiere leiden fĂĽr Kosmetika?

Im Jahr 2005 wurden laut letzter offizieller EU-Statistik 5.571 Tiere fĂĽr Kosmetik-Versuche verwendet. Weitere 1.219 Tiere mussten fĂĽr Haushaltsprodukte (wie z.B. FlĂĽssigwaschmittel oder Bodenreiniger) sterben.

Allerdings muss die Zahl der Tiere für Haushaltsprodukte mit großer Vorsicht zu genießen, da sie auf Angaben der testenden Firmen basiert. Firmen oder Auftragslabors wissen nicht unbedingt, wofür die Chemikalie tatsächlich gedacht ist. Außerdem kann es vorkommen, dass Versuche für Inhaltsstoffe von Haushaltsprodukten in anderen Produktkategorien aufgeführt werden. Diese Zahl ist also reine Spekulation. Wir gehen davon aus, dass jährlich Tausende von Tieren für Tests von Inhaltsstoffen verwendet werden, die in Haushaltsprodukte landen.

Die gute Nachricht: Verkauf und Vermarktung von kosmetischen Inhaltsstoffen sollen verboten werden

Dank der jahrelangen Kampagnenarbeit der ECEAE in Kooperation mit anderen Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen sowie mit der UnterstĂĽtzung hunderter EU-Abgeordneter steht das Vermarktungsverbot von Kosmetika, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, unmittelbar bevor:

  • Ab dem 11 März 2009: Verbot von Tierversuchen fĂĽr kosmetische Inhaltsstoffe innerhalb der EU; Verbot der Vermarktung von an Tieren getesteten Kosmetika und deren Inhaltsstoffe (fĂĽr die meisten Tests)
  • Ab 11. März 2013: absolutes Verbot von Tierversuchen fĂĽr Kosmetika und deren Inhaltsstoffe

Aufgrund der moralischen Notwendigkeit, unnötiges Tierleid zu beenden, treten die Verbote unabhängig von der Verfügbarkeit alternativer, tierversuchsfreier Methoden in Kraft. Diese gesetzlichen Vorgaben haben zu einem drastischen Anstieg von Investitionen in die Entwicklung von tierversuchsfreien Techniken geführt. Allein in den ersten Monaten des Jahres 2007 hat das Europäische Zentrum zur Validierung von Alternativmethoden (ECVAM) fünf neue, tierversuchsfreie Verfahren anerkannt.

Allerdings hat es auch Bestrebungen aus der Kosmetikindustrie gegeben, die Tierversuchs- und Vermarktungsverbote juristisch anzufechten. Die ECEAE wird weiterhin für die Einhaltung der Kosmetik-Richtlinie kämpfen – so wie sie auch weiterhin dafür sorgen wird, dass Tierversuche in ähnlichen Bereichen – nicht zuletzt für Haushaltsprodukte - der Öffentlichkeit immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden.

Die Auswirkungen von REACH

Es hat Bedenken gegeben, dass die neue REACH – Verordnung eventuell mit der Kosmetik-Richtlinien im Widerspruch stehen könnte. Dank der Kampagne der ECEAE und anderer Organisationen wurde jedoch im letzten Moment eine Änderung aufgenommen, die kosmetische Inhaltsstoffe von REACH ausnimmt.

Mit Haushaltsprodukten verhält es sich weniger eindeutig. Im Gegensatz zu Kosmetika gibt es hier keine klare Definition eines „Haushaltsproduktes“ und keinen speziell auf diese Produkte zugeschnittenen rechtlichen Rahmen. REACH befindet sich immer noch ziemlich im Anfangsstadium der Umsetzung – und das ist nur eines von vielen Themen, mit der sich die ECEAE intensiv beschäftigen wird.

Wie kann ich helfen?

Unter Aktiv werden erfahren Sie, wie Sie helfen können. Weitere Informationen über den Humane Cosmetics Standard und den Humane Household Products Standard erhalten Sie (auf Englisch) auf www.gocrueltyfree.org.