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Ersatz für TierversucheEs gibt zahlreiche tierversuchsfreie Methoden und Verfahren, die nicht nur einen ethisch vertretbaren Forschungs- und Wissenschaftsansatz bieten, sondern kostengünstiger, schneller und effektiver sein können. Dazu gehören Zell-, Gewebe- und Organkulturen, Verfahren mit Mikroorganismen wie z. B. Bakterien, Molekularforschung, Untersuchungen an Gewebeproben Verstorbener, Computersimulationen einschließlich QSARs, epidemiologische Studien sowie klinische Forschung mit freiwilligen menschlichen Probanden. Die Europäische Richtlinie zum Schutz der in Versuchen eingesetzten Tiere (86/609/EWG) schreibt vor, dass ein Tierversuch nicht durchgeführt werden darf, wenn eine tierversuchsfreie Alternative vorhanden ist. Artikel 7 Abs. 2 der Richtlinie besagt:
„Ein [Tier-]Versuch darf nicht vorgenommen werden, wenn zur Erreichung des angestrebten Ergebnisses eine wissenschaftlich zufriedenstellende, vertretbare und praktikable Alternative zur Verfügung steht, bei der kein Tier verwendet werden muss.“ Artikel 23 Absatz 1 stellt weiterhin klar, dass die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten auch Verfahren fördern sollen, die schonender für die Tiere sind:
„Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollen die Entwicklung und Validierung alternativer Techniken fördern, die dem Tierversuch vergleichbare Ergebnisse liefern könnten, jedoch weniger Tiere erfordern und mit weniger Schmerzen verbunden sind, und treffen sonstige nach ihrer Auffassung geeignete Maßnahmen, um die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern. Die Kommission und die Mitgliedstaaten behalten die Entwicklungstendenzen bei den Versuchsverfahren im Auge.“ REACH das zum Ziel hat herauszufinden, ob Chemikalien für Mensch und Umwelt sicher sind, schreibt ebenfalls „alternative Methoden zur Beurteilung der Risiken von Substanzen“ vor und weist auf die vorrangige Entwicklung von Alternativen für die zukünftige Forschung in der EU hin. Trotz des gesetzlichen Schutzes, den Versuchstiere erhalten sollten, sieht die Realität allerdings oft anders aus. Die Gründe hierfür sind:
Die ECEAE arbeitet auf Neufassung der bestehenden Gesetzgebung und Leitlinien hin, damit tierversuchsfreie Verfahre Tierversuche ersetzen und politischer Wille sowie ausreichende Fördermittel zur weiteren Entwicklung tierversuchsfreier Methoden zur Verfügung stehen. Die Erarbeitung wissenschaftlicher Stellungnahmen und Gutachten sowie ausführliche Gespräche mit Vertretern von EU-Kommission und EU-Parlament haben bereits zu einem besseren Verständnis für die Vorteile der alternativen Forschung und tierversuchsfreien Verfahren geführt, vor allem auch im Hinblick auf die Risikoabschätzung von Substanzen, um Verbraucher und Umwelt zu schützen. Einige Beispiele tierversuchsfreie Verfahren:
QSARs (Quantitative Structure/Activity Relationship programs = Programme zur Quantitativen Struktur-Wirkungs-Beziehung)
Silikonchip-Technologie
Zellkulturen
Menschliches Gewebe
Künstliche menschliche Haut (RHE-Modell = rekonstruierte humane Epidermis)
Untersuchungen an Freiwilligen
Epidemiologische Studien Der Weg in die ZukunftVon Seiten der Wissenschaft, der Industrie, der akademischen Lehre und etlicher Institutionen bestehen leider Vorbehalte und großer Widerstand dagegen, Tierversuche zu beenden. Die oberflächlich überzeugende Behauptung, dass Wissenschaftler Tierexperimente durch tierversuchsfreie Verfahren ersetzen würden, wenn sie es könnten, spiegelt nicht die wirkliche Praxis der Wissenschaft wider. Änderungen sowohl in der Politik als auch im vorherrschenden Denkmuster brauchen mehr als guten Willen und neue Technologien. Die EU muss sicherstellen, dass die Anweisung zum Einsatz tierversuchsfreier Methoden und auch das Wissen, dass Tiere leiden und Schmerzen empfinden können, mit denjenigen kommuniziert wird, die gegenwärtig Tiere für die Forschung verwenden. Weiterhin müssen bürokratische Hürden überwunden werden. Erhebliche Verbesserungen sind notwendig, um den Validierungsprozess in Europa zu beschleunigen und zu rationalisieren – und die EU muss eine Führungsrolle übernehmen in einem Prozess, der dazu führt, dass vorzugsweise die tierversuchsfreie Forschung gefördert und in langfristige Projekte investiert wird. |